SG Modern Arnis Luckenwalde e.V.

Training Freitags ab 17:00 Uhr in der Halle am Werner‑Seelenbinder‑Stadion

Foto, geschickt gestellt: Maskenmann mit acht Armen schwingt verschiedene hölzerne Trainingswaffen.
Eine spaßige Präsentation der Waffenvielfalt im Modern Arnis.
So martialisch es manchmal wirkt - in unserem Verein geht es sportlich-locker zu.

Willkommen

auf unserer Webseite - und hoffentlich bald im Training.
Komm doch einfach mal vorbei!

Modern Arnis ist eine philippinische Kampfkunst, also ein Selbstverteidigungs­system und kein Wettkampfsport. Es beinhaltet waffenlose Techniken und den Einsatz von Alltags­gegenständen bis hin zu Klingenwaffen. Trainiert wird jedoch primär mit Rattanstöcken.
Neben realitätsnaher Selbstverteidigung kommt das Einüben definierter Schritt- und Bewegungsmuster (anyos) nicht zu kurz - hierdurch werden Grundabläufe, Koordination und Gleichgewichtssinn geschult. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene existiert ein jeweils angepasstes Trainingsprogramm.

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Foto: Scherenentwaffnung mit Stöcken. Foto: Waffenlose Abwehr und Entwaffnung bei Stockangriff. Foto: Trainer Peter Brackmann demonstriert eine Stock-Entwaffnung. Foto: Überwältigung und Entwaffnung eines Messerangreifers. Foto: Spontane Selbstverteidigung mit aufgespanntem Regenschirm.

Probetraining

Ein mehrmaliges, kostenloses Probetraining ist zu unseren Trainingszeiten laufend möglich.
Um telefonische Anmeldung wird gebeten:

Kontakt

Ansprechpartner für Interessenten:

Erik Bartoll, Tel.: 0157 79350855

Trainer und Vereinsvorstand:

Peter Brackmann
Oberförsterei 12
14947 Woltersdorf

Tel.: (03371) 405731
E-Mail: info@arnis-luckenwalde.de

Trainingsort und Anfahrt

Das Training

Unser Modern Arnis - Mano Mano ist ein stark verzweigtes Nahkampfsystem, das dem Anfänger einen schnellen Einstieg in die effektive Selbstverteidigung ermöglicht und dem Fortgeschrittenen ein breites Spektrum an Techniken zur Vervollkommnung seiner Kampfkunst bietet. Das Trainingsprogramm umfasst den philippinischen Stock- und Waffenkampf sowie die waffenlose Selbstverteidigung, wobei es weniger darauf ankommt, immer artistischere Bewegungen einzustudieren. Aus einfachen Grundtechniken entwickeln sich stets mehr Möglichkeiten der Gegenwehr. Harte Techniken wie Schläge und Tritte finden sich ebenso wie Hebel und Würfe sowie rein defensive Befreiungs- und Entwaffnungsmanöver. Für Kinder- und Jugendliche erfolgt eine Beschränkung auf jeweils altersgerechte Elemente.

Für Kinder und Jugendliche

  • ab 10 Jahre
  • waffenlos (Mano Mano)
  • Bewegungslehre
    • Koordination
    • Fallschule
    • Gleichgewicht
    • fließende Bewegungen
  • Wahrnehmung
    • Orientierung
    • Situationseinschätzung
  • Selbstbehauptung
    • Selbstsicherheit
    • Erleben der Selbstwirksamkeit
  • Selbstverteidigung
    • Deeskalation, Verhältnismäßigkeit
    • einfache, effektive Techniken
    • Einsatz alltäglicher Gegenstände

Für Erwachsene

  • von 16 bis 99 Jahre
  • Modern Arnis
  • Stock- und Waffenkampf
  • waffenlose Selbstverteidigung
  • Bewegungslehre
  • Gleichgewicht
  • Bewegungsfluss
  • Umgang mit: Stock (Baston), Doppelstock, Langstock (Bankaw), Kurzstock (Dulo, Daga), flexiblen Waffen und anderen Mitteln
  • Selbstverteidigung
    • Notwehrrecht
    • Selbstverteidigung für Frauen
    • einfache, kompromisslose Techniken
    • Einsatz von alltäglichen Gegenständen

Trainingszeiten

Kinder und Jugendliche:
Freitag 17:00 Uhr - 18:30 Uhr
Erwachsene:
Freitag 18:00 Uhr - 20:30 Uhr. Derzeit schon von 17:00 - 18:00 Uhr freies Training.

Während der Schulferien finden nur unregelmäßige, privat von Mitgliedern organisierte Trainingstreffen statt.

Der Verein

Bei uns trainieren derzeit 17 Mitglieder im Alter von 14 - 69 Jahren. Der Verein ist Mitglied der MAMD (Mano Mano Organisation Deutschland), er orientiert sich hinsichtlich Graduierungssystem und Ausübung des Modern Arnis an den Richtlinien dieses Verbandes.

Es handelt sich um einen gemeinnützigen Sportverein, in dem sämtliche Trainerarbeit ehrenamtlich geleistet wird.

Niedrige Kosten

Die monatlichen Mitgliedsbeiträge betragen für Kinder 1,50 Euro und für Erwachsene 3 Euro.
Ansonsten ist zum Einstieg nichts weiter erforderlich, es kann barfuß oder mit Hallenschuhen und normaler Sportkleidung trainiert werden. Kampfsport-Ausrüstung und Gerätschaften wie Stöcke, Macheten, Übungsmesser oder Pratzen werden gestellt.
Erwünscht ist, dass sich neue Mitglieder nach einiger Zeit die typische Trainingskleidung, eine rote Hose mit zwei seitlichen, schwarzen Streifen zulegen (ab 20 Euro) sowie ein Paar eigene Rattanstöcke (ab 10 Euro).

Vereinsgeschichte

In Ostdeutschland wurde die Kampfkunst Modern Arnis das erste Mal 1990 bei einer Veranstaltung in Jüterbog vorgestellt. Diese Art und Weise der waffenlosen Verteidigung sowie die Verteidigung mit alltäglichen Gegenständen beeindruckte den Vereinsgründer, Peter Brackmann, so sehr, dass er fortan diese Kampfkunst trainierte und schließlich am 01.09.1991 den SG Modern Arnis e.V. gründete.
Somit ist das der erste offiziell eingetragene Modern-Arnis-Verein in den neuen Bundesländern.

Trainingsort und Anfahrt

Sporthalle des Werner-Seelenbinder-Stadions in Luckenwalde
Straße des Friedens 42, 14943 Luckenwalde

Kartenansicht (Link zu Google Maps)

Die Halle liegt an der Straße des Friedens; die Eingangstür befindet sich an der Rückseite der Halle.
Man geht durch das Zugangstor des Sportgeländes am Kassenhäuschen, dann gleich links.

Die Kampfkunst Modern Arnis

Herkunft und Entstehung

Grafik: Die Flagge der Philippinen - die obere Hälfte ist blau, die untere Hälfte rot. Links schließt ein weißes Dreieck an, mit einem kleinen gelben Stern in jeder Ecke und einem großen gelben Stern in der Mitte.

Arnis zählt, neben Escrima und Kali, zu den philippinischen Kampfkünsten, engl. Filipino Martial Arts (FMA).
Um 1550 wurde Arnis, das damals noch Pangamut hieß, von den Eingeborenen der Philippinen erfolgreich gegen die spanischen Eroberer und später um 1900 gegen die Amerikaner eingesetzt. Zu dieser Zeit bestand das Arnis aus Macheten-, Messer- und Stocktechniken - zu Waffen umfunktionierte Arbeitsgeräte, die bei jedem Bauern zu finden waren.
Im 16. Jahrhundert waren die Kampfkünste der Filipinos, die ursprünglich nur von Königen und Fürsten ausgeübt wurden, schon weit verbreitet. Bald aber erkannten die spanischen Besatzer die Gefahr, die ihnen von den Kampfkünsten drohte, begannen schon im Jahr 1596 Arnis unpopulär zu machen und verboten es 1764 ganz. Offizielle Begründung war, dass die Filipinos nur noch trainierten und ihre Felder nicht mehr bestellten. Es kann vermutet werden, dass es den Spaniern zu gefährlich wurde, in jedem Filipino einen trainierten Schwertkämpfer vor sich zu haben.
Arnis wurde weiterhin im Verborgenen trainiert und die Kampftechniken in Tanzbewegungen versteckt. Die Tänze heißen u.a. Moro-Moro, Sayaw oder Sinuiog.

Auch bei einer Revolte gegen die Amerikaner unterschätzten diese die Kampfkunst der Filipinos. Nach dem Angriff auf Pearl Harbour 1941 kämpften die Filipinos nun gemeinsam mit den Amerikanern gegen die Japaner. Im Dschungelkampf fiel den im Umgang mit Messern und Macheten perfekt geübten Filipinos besondere Bedeutung zu, und die Japaner erlitten schwere Verluste.

Nach dem Krieg war es nicht mehr lebensnotwendig, Arnis zu beherrschen, wodurch Arnis zu einer sterbenden Kunst wurde. Es ist wenigen engagierten Männern zu verdanken, dass Arnis wieder geübt und gelehrt wird - nun aber weniger unter dem Aspekt des Guerillakampfes, sondern mehr unter dem Gedanken der Kampfkunst und der Selbstverteidigung.

Der große Unterschied zu anderen Kampfkunstarten ist der, dass im Arnis zum überwiegenden Teil mit Waffen und gegen Waffen gearbeitet wird.
Hauptsächlich wird im Arnis der ca. 70 cm lange Stock aus Rattan oder feuergehärtetem Holz verwendet. Mit ihm lernt man die grundlegenden Bewegungsabläufe kennen.
Wenn diese Bewegungsmuster gelernt sind, kann man sie - das ist das Besondere im Arnis - auf Gegenstände des täglichen Lebens sowie auf waffenlose Techniken übertragen. Kugelschreiber und Kreditkarte, Buch und Handtuch, Schuh, Handtasche und Gürtel, Regenschirm oder Zeitungen sind dann sinnvolle Hilfsmittel in der Selbstverteidigung. Im weiteren Verlauf des Trainings werden auch andere Waffen, wie z.B. Messer, Macheten, Schwert und Langstock benutzt.

Arnis ist also kein reiner Stockkampf, sondern ein viel umfassenderes Selbstverteidigungs-System, in dem der Stockkampf einen Teilbereich darstellt. Es bietet ein weitreichendes Repertoire an Techniken für eine Vielzahl denkbarer Situationen.
Das heutige Modern Arnis, so wie es unser Verband betreibt, greift zudem sinnvolle Aspekte von fremden Kampfkünsten und Kampfsportschulen auf. Vorerfahrung / Vorprägung oder paralleles Training ist hinsichtlich andersartiger Kampfsport-Systeme bei uns kein Problem, und umgekehrt kann das Modern Arnis fortgeschrittenen Kampfsportlern dazu dienen, ihre Fähigkeiten zu erweitern. Für Anfänger wiederum bietet sich ein optimaler Einstieg in Grundtechniken fast aller 'Nahkampf'-Lehren.

Komm zu uns und schau es dir einfach mal an!